Querköpfe gesucht: @th_sattelberger an der Hochschule Fresenius in Köln

Gastvorlesung von Thomas Sattelberger in Köln
Gastvorlesung von Thomas Sattelberger in Köln

„Jungpolitiker“ und ehemaliger DAX-Vorstand Thomas Sattelberger folgte der Einladung der Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien, in den Kölner MediaPark und referierte zum Thema „Wirtschaft im Umbruch – Im Spannungsfeld von Ethik und Innovation“. Dabei betonter er besonders, wie dringend in deutschen Führungsetagen kreative Querdenker benötigt würden und warum eine starke Gründerszene für die Wirtschaft so wichtig sei.

Sattelberger nahm vor rund 250 Studierenden, Dozenten und externen Besuchern kein Blatt vor den Mund. Schonungslos rechnete er mit vielen der Großunternehmen in Deutschland ab und führte die Besucher auf eine Reise durch die Skandale namhafter Konzerne. Dabei kritisierte er die starre und hierarchische Atmosphäre in Großkonzernen, die für junge und kreative Querdenker Gift sei. Querköpfe seien gefordert, Ideen in Unternehmen einzubringen und müssten in der Lage sein, mit tradierten Unternehmenskulturen zu brechen. Besonders wichtig für die deutsche Wirtschaft sei zudem eine starke Gründerszene.

„Alte Ozeanschiffe können sich nur noch ganz schwer transformieren. Jeder weiß, dass der Lebenszyklus von großen Unternehmen kürzer geworden ist. Dem Sterben alter muss ein entsprechender Geburtszyklus neuer Unternehmen mit Potenzial entgegenstehen. Deshalb braucht Deutschland eine Start-up-Szene und junge Menschen, die Mut zum Experimentieren haben“, so Sattelberger.

Auch wenn nicht jede Hochschule in diesem Lande einen Gründungslehrstuhl benötige, so doch zumindest ein Gründungszentrum. Dort könnten Hochschulen ihrer – neben Forschung und Lehre – dritten Mission, der „Gründung & Weiterbildung“, gerecht werden. In diesen Zentren sollen gründungsbegierige Studierende ihre Vorhaben, auf Wunsch gecoacht von Professoren und Dozenten, experimentell gestalten und später damit an mögliche Kooperationspartner aus der etablierten Wirtschaft herantreten können.

„Wir wissen alle, dass davon 90 Prozent in die Hose geht. Das ist auch in Ordnung so, aber der Experimentiermodus muss auch ein Teil Ihres gelernten Studiums werden, er muss ein Teil des deutschen Hochschulwesens werden“, führte Sattelberger weiter aus.

Dass in ihm noch immer das Herz eines Vollblut-Personalers schlägt, zeigte er in der anschließenden Podiumsdiskussion. So riet er den Studierenden zu mehr Mut. Ein Lebenslauf könne auch mal einen Bruch vertragen. Viel wichtiger sei es, ein reichhaltiges Erfahrungsportfolio zu sammeln und sich auszuprobieren. Geklonte Bewerbungen könne er schon lange nicht mehr sehen.

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