„Augmented EARality“, Amazon Echo, Google Home und Social Media für die Ohren #StorydesMonats

storydesmonats-2
Prognosen – besonders von Zukunftsforschern – sind ja meistens eher nach der Methode geschrieben „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist“. Bei den Social Media-Trends, die Jörgen Camrath eingesammelt hat, ist das anders. Da kann man ein paar handfeste Aussagen ablesen, die vor allem die Arbeitswelt der Medien beschäftigt werden – daher nominiere ich diesen Beitrag für die #StorydesMonats.

So schreibt Anna-Mareike Krause – Head of Social Media bei der Tagesschau:

„Wer sich als journalistisch arbeitendes Medium ernst nehmen will, muss 2017 den Schwerpunkt verschieben und sowohl die eigenen Social-Media-RedakteurInnen als auch die UserInnen für voll nehmen. Insbesondere zu letzterem gehört, Social-Media-Journalismus als etwas zu begreifen, das nicht gegen die KonsumentInnen funktioniert und deshalb Nutzungsgewohnheiten nicht ignorieren darf. Für viele Häuser wäre das ein Umdenken.“

Oder Torsten Beeck – Head of Social Media bei Spiegel Online:

„Während Journalisten immer noch darüber diskutieren, wie Print- und Online-Redaktionen künftig besser zusammenarbeiten könnten, sind die Nutzer längst Jahre weiter – die Grenzen zwischen Inhalt und Plattform sind bereits fließend. Nutzer interessieren sich nicht für die Produktionsweise. Warum sollten sie auch? Die gute Nachricht: Sie interessieren sich für spannende Geschichten. Aber die Grenze der reinen Content-Distribution ist vermutlich zu einem gewissen Grad erreicht, deshalb müssen wir zu unseren Nutzern gehen, und unsere Erzählweise den Plattformen anpassen, auf denen wir sie verbreiten. Dafür müssen wir unsere Produktionsweise radikal überdenken.“

Wichtiger Punkt: Audio- und Videoinhalte werden noch wichtiger. Man müsse sich verändern, um dem gerecht zu werden.

„Amazons Echo, Google Home und Apples Siri werden die Art auf den Kopf stellen, wie wir mit Computern interagieren, und sie werden das Format der Inhalte prägen, die wir nutzen. Diese Plattformen müssen wir sehr schnell verstehen und lernen, wie wir überhaupt noch als Marke präsent sein können, wenn das Interface das gesprochene Wort ist.“

Spracherkennung – vor Jahren schon als wichtiger Dienst für das Netz proklamiert – kommt wohl jetzt erst zur vollen Blüte. Etwa für die Podcast-Produktion. Ein kleiner Einschub eines Beitrages, der in den Social Media-Prognosen nicht vorkommen:

Trendaussagen von Andreas Rickmann – Head of Social Media bild.de:

„Respect your Reader! Diese Forderung ist Anfang 2017 eigentlich absurd, sollte sie doch selbstverständlich sein. Ist sie auf Plattformen aber nicht. Ob übergeigte Zeilen oder Clickbaits, die Produktenttäuschungen sind: Medienmarken leisten es sich noch immer, ihre Leser auf Plattformen nicht ernst zu nehmen. Nicht ernst zu nehmen, wie der Inhalt an die Leute kommt, aber auch, was für das Leben der Leute wirklich relevant ist.“

Richard Gutjahr – Journalist und Blogger:

„Der Hype um Virtual Reality wird abklingen. Dafür werden wir es mit einer neuen, eher subtilen Form der Nachrichtenvermittlung zu tun bekommen. Ich nenne das ‚Augmented EARality‘. Spätestens jetzt, da nun auch Apple seine Airpods endlich fertig bekommen hat, werden winzige, kabellose Ohr-Stöpsel das Straßenbild der Zukunft prägen. Immer mehr Smartphone-Besitzer werden ihr Hörgerät gar nicht mehr aus dem Ohr nehmen, um darüber personalisierte Sprachnachrichten eingeflüstert zu bekommen. Terminerinnerungen, Flugsteig-Änderungen, VIP-Messages oder Breaking News. Zuhause werden Smarthome-Boxen diese Funktion übernehmen. Auch wenn der offizielle Verkaufsstart von Amazon Echo und Google Home 2017 noch belächelt wird, werden mittelfristig alle unsere Wohnungen über einen solchen Sprachcomputer vernetzt sein. Für Mediendienste wird sich die Frage stellen, was ihre Rolle auf diesen Plattformen sein könnte.“

Auch hier wird die Spracherkennung wieder ein wichtiger Faktor sein.

Soweit ein kleiner Ausschnitt dieser Anthologie. Weitere Nominierungen für #StorydesMonats können noch bis zum 20. Januar vorgenommen werden. Entweder hier in der Kommentarfunktion oder auf Facebook. Danach startet direkt die Abstimmung. Vorschlag heißt gleichzeitig Nominierung – eine Jury wird nicht vorgeschaltet 🙂

Kai Rüsberg aka @ruhnalist erwartet für 2017 ein Jahr des 360 Grad-Journalismus – kleine Ergänzung.

Siehe auch:

THE NEXT REVOLUTION IS VOICE

Ein Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s